SHOWCASED WORK (POEMS AND PROSE)

 

Window 

 

They moved into the house

and wishing it wasn’t so empty

opened a window to let everything in –

 

light, rumours, chatter from their country,

the sea and its silver, white birds

with bronze-coloured eyes, faces of flowers

which did not – could not – grow – live – here,

the past tense of another language.

 

Sooner, later, night fell, made them blow warmth

into their palms and close the window securely,

and remember they had arrived –

 

That their other life

now waited like a faithful dog

behind that sheet of glass, scratching,

sniffing the bluish smell of loneliness.

 

© Nora Nadjarian

 

 

 

Fenster

 

Sie zogen in das Haus

und weil es nicht so leer sein sollte,

öffneten sie ein Fenster, um alles hereinzulassen –

 

Licht, Geräusche, Geplapper aus ihrer Heimat,

die See und ihr Silber, weiße Vögel

mit bronzenen Augen, Gesichter von Blumen,

die hier nicht wachsen – hier nicht leben – könnten,

die Vergangenheitsform einer anderen Sprache.

 

Früher, später, ließ sie der Einbruch der Nacht Wärme blasen

in ihre Hände und fest verschließen das Fenster

und sich daran erinnern, dass sie angekommen waren –

 

Dass ihr anderes Leben

nun wartete wie ein treuer Hund

hinter der Glasscheibe dort, kratzend,

schnuppernd den bläulichen Geruch der Einsamkeit.

 

© Nora Nadjarian

Aus dem Englischen von Christa Schuenke